Lese- und Rechtschreibschwäche (LRS)

Die SchülerInnen mit besonderen Schwierigkeiten im Lesen und Rechtschreiben sollen laut Erlass vom November 2005 besonders beobachtet werden (in allen Fächern). Bei festgestellten Schwierigkeiten soll in der Sek. I besonders gefördert werden.

Fördermaßnahmen auf Beschluss der Klassenkonferenz

  • Binnendifferenzierung
  • Stärkung des Selbstvertrauens und der Lernfreude
  • Training der phonologischen Bewusstheit
  • individuelle Rechtsschreibprogramme

Die Fördermaßnahmen können klassen-, jahrgangs- und schulübergreifend durchgeführt werden.

Leistungsfeststellung und -bewertung auf Beschluss der Klassenkonferenz

  • stärkere Gewichtung der Mitarbeit im Unterricht (besonders bei Fremdsprachen)
  • zeitweiliger Verzicht auf eine Leistungsbewertung während der laufenden Fördermaßnahmen

Die Abweichungen von den allgemeinen Grundsätzen der Leistungsfeststellung und Leistungsbewertung sind in den Zeugnissen zu vermerken (nicht in Abgangs- und Abschlusszeugnissen).

Vorrangig vor dem Abweichen von den allgemeinen Grundsätzen zur Leistungsfeststellung soll ein Nachteilsausgleich gewährt werden. Dieser ist nicht im Zeugnis zu vermerken.

Die Forderung nach einem verbindlichen Leitfaden für die konkrete Umsetzung des Nachteilsausgleichs ist nicht im Sinne des Erlasses. »Über die Gewährung dieser Hilfen im Sinne eines Nachteilsausgleichs ist jeweils für den Einzelfall zu entscheiden. Dabei sind … pädagogische Erwägungen ausschlaggebend. Hilfen im Sinne eines Nachteilsausgleichs pauschal zu gewähren, etwa aufgrund des Vorliegens eines außerschulischen Gutachtens oder bei einer bestimmten Benotung, ist nicht zulässig.« (SVBL 5/2006, S. 190)

Leitende Überlegungen zur Umsetzung des LRS-Erlasses in unserer Schule

  • Die Erlassbestimmungen beziehen sich nicht nur auf Deutsch, sondern auf alle Fächer. Dies ist oft nicht hinreichend bekannt. Die Anwendung der Erlassbestimmungen obliegt der Klassenkonferenz.
  • Ein Elternrecht auf bestimmte »LRS-Maßnahmen« gibt es nicht.
  • Die Fachkonferenz Deutsch wünscht die Realisierung der pädagogischen und fachlichen Fördermaßnahmen entsprechend des Erlasses (zur Zeit findet im 5. Jahrgang ein diagnostischer Rechtschreibtest statt mit anschließenden individuellen Fördermaßnahmen; eine Förderstunde ist im 5. und 6. Jahrgang halbjährlich eingerichtet).
  • Für den 5. Jahrgang wurde ein Förderkonzept erstellt. Dies muss überarbeitet, für den 6. Jahrgang ergänzt und implementiert werden.
  • Die Deutschlehrkräfte befürworten in den Klassenkonferenzen die im Erlass gegebenen Spielräume zur Zensurengebung.
  • Folgende Möglichkeiten für die Gewährung eines Nachteilsausgleichs wurden in der FK-Deutsch aufgelistet (Beispiele, die ergänzt werden können):
    1. Vereinfachung von Aufgabenstellungen, z.B. Verkürzung, inhaltliche Veränderung, Teiltextvorlage bei Diktaten
    2. Verlängerung der Arbeitszeit (stundenplanorganisatorische Probleme)
    3. Einsatz »elektronischer Medien«
    4. Stützmaterialen und -methoden, z.B. Schwerpunktfehlerwörter, Laufdiktat für LRS-Kinder, Lexikon