Interkulturelle Bildung – Sprachlernklasse

Zum 1. Februar 2014 hat die Carl-Friedrich-Gauß-Schule eine so genannte Sprachlernklasse einrichten können.

In dieser jahrgangs- und schulzweigübergreifenden Lerngruppe werden ausschließlich Schülerinnen und Schüler unterrichtet, deren Sprachkenntnisse nicht für die Teilnahme am Regelunterricht ausreichen – übergeordnetes Ziel der Beschulung ist folglich der Ausbau der Kenntnisse der deutschen Sprache und somit eine intensive und individuelle Förderung der Lernenden, um diesen nach i.d.R. einem Jahr (in den Jahrgängen 8, 9 und 10 kann diese Zeit verlängert werden) eine Rückkehr in die Stammklasse zu ermöglichen.

Diese Stammklassen sind inhaltlich und organisatorisch eng mit der Sprachlernklasse verzahnt. Dies ermöglicht eine den Kenntnissen und Fertigkeiten der Schülerinnen und Schüler entsprechende Beschulung im Rahmen der Regelklasse in einzelnen Fächern auch während der Zugehörigkeit zur Sprachlernklasse, um so vorhandene Potenziale zielgenau abrufen und die Eingliederung schon punktuell vorbereiten zu können.

In Ergänzung zum o.a. Sprachunterricht wird der Fächerkanon der jeweiligen Jahrgänge ebenfalls bedarfsgerecht berücksichtigt und von vielfältigen Projekten mit außerschulischen Institutionen (Jugendpflege Hemmingen) ergänzt, um so ganzheitliches Lernen umgehend anzubahnen und den Schülerinnen und Schülern die aktive Teilnahme am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen.

1. Sprachlernklassen gem. RdErl. d. MK v. 21.7.2005

1.1 Allgemeine Informationen

  • Zielgruppe: Schülerinnen und Schüler nichtdeutscher Herkunft (Zuwanderer)
  • Sprachlernklasse mit vollem wöchentlichen Stundenumfang
  • Jahrgangs- und schulzweigübergreifend
  • Größe der Lerngruppe: 10–16 SuS
  • Dauer der Beschulung: i.d.R. maximal ein Jahr; in höheren Jahrgängen (8, 9 u. 10) kann Besuchsdauer auf zwei Jahre verlängert werden
  • Schwerpunkt Deutsch als Zweitsprache (DaZ); Fächerkanon findet dennoch Berücksichtigung
  • Punktuelle Teilnahme am Unterricht der Regelklasse trotzdem möglich (integrativer Bereich o.ä.)
  • Vorrangiges Ziel: Erwerb und Erweiterung der deutschen Sprachkenntnisse und Vorbereitung auf Übergang in Regelklasse

1.2 Zusammenstellung der Sprachlernklasse

  • Aktuell 20 SuS verschiedener Alterstufen aus R- und G-Zweig (6 x R-Zweig, 4 x G-Zweig)
  • Die Schüler/innen kommen bspw. aus dem Iran, Mazedonien, Israel, Albanien und Russland
  • SuS verfügen teilweise über gar keine Sprachkenntnisse; schulische Vorbildung in Einzelfällen nicht dokumentiert

1.3 Lehrer/innen und Fächer

  • Klassenlehrerschaft von Kollegin mit DaZ-Erfahrung
  • Fächer: DaZ, Erdkunde, Geschichte, Kunst, Naturwissenschaften, Englisch, Mathematik
  • Vielfältige Projekte zur „Lebenshilfe“ (Elterncafé, Gartenprojekt, Theaterprojekt)

1.4 Konzept

  • Unterricht nach Niveaustufen (GeR; A1, A2, B1) möglich
  • Gemeinschaftsunterricht mehrmalig nötig, um das soziale Gefüge zu fördern
  • Projekte in Kooperation mit außerschulischen Institutionen nach Möglichkeit im Klassenverband

2. DaZ – Deutsch als Zweitsprache

2.1 Ziele der Sprachfördermaßnahmen

  • DaZ bezieht sich nicht ausschließlich auf Sprachkompetenz, sondern ist im Rahmen einer ganzheitlichen Einbettung zu sehen
  • Berücksichtigung der kulturellen Hintergründe, Lebensbedingungen, Wertesysteme etc.
  • Insgesamt wird Entwicklung der sozialen, sprachlichen, methodischen und interkulturellen Kompetenz angestrebt
  • Teilnahme am gesellschaftlichen Leben durch Sprache